Vier Stimmen zum 60-jährigen Jubiläum – wählen Sie ein Grußwort:
Grußwort des Vorstands des Fördervereins Gymnasium Ottobrunn
Sechzig Jahre sind eine lange Zeit im Leben eines Menschen – und eine noch längere Zeit im Leben eines Vereins, der sich, Generation für Generation, immer wieder neu erfinden musste, um seinem eigentlichen Auftrag treu zu bleiben: den Kindern der Gemeinde Ottobrunn eine gute Schule zu sichern. Wenn der Förderverein Gymnasium Ottobrunn e.V. im Jahr 2026 sein 60-jähriges Bestehen feiert, dann feiert er damit auch sechs Jahrzehnte gelebten ehrenamtlichen Engagements und stiller, aber wirkungsvoller Beharrlichkeit. Was 1966 als Zusammenschluss einiger entschlossener Eltern begann, die ihren Kindern die mühsame tägliche Fahrt in die Münchner Innenstadt ersparen wollten, ist heute ein fest etablierter Pfeiler der Schulfamilie – ein Verein, der Generationen von Schülerinnen und Schülern, Lehrkräften und Eltern miteinander verbunden hat und weiterhin verbindet.
Vorstand des Fördervereins Gymnasium Ottobrunn e.V.
Alexandra Herfurtner, Prof. Dr. Marc Frey, Markus Jaster, Johanna Maria Quack, Dr. Frerk Fitzek, Lars Frederick, Marcel Hametner, Valeska Hilse, Jens Rutenkröger, Inka Schley, Daniela Stickel, Susanne Mutzke-Schnorr, Karin Nickel
Grußwort der Schulleiterin Dr. Beate Promberger
Unsere Schule, das Gymnasium Ottobrunn, ist tagsüber ein Ort, an dem sehr viele Menschen in einem dicht getakteten System zusammenkommen: 1.300 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene stoßen auf rund 120 Lehrerinnen und Lehrer. Alle interagieren in vielen Räumen gleichzeitig – man nennt es Unterricht – und es soll etwas Positives dabei entstehen: Lernfortschritt, Entwicklung, Zuwachs, gute soziale Erfahrungen.
Die Player scheinen klar: Das sind die Lehrer und die Schüler. Wer dann bei Schule noch etwas genauer hinsieht, weiß: Da gibt es auch eine Instanz, die das Personal stellt und die Strukturen vorgibt – der Staat – und die, die für Ausstattung und Lernmittel sorgen – die Gemeinden, der Zweckverband. Im Hintergrund spielen selbstverständlich auch noch die Eltern der Schülerinnen und Schüler eine wichtige Rolle.
Der Förderverein ist vielen vermutlich eher weniger ein Begriff; er schlägt im akuten Tagesgeschäft einer Schule nicht so deutlich auf. Der Förderverein ist jedoch das große Plus, wenn wir auf die Schule als Ganzes und auf die Schule in der Tiefe der Zeit blicken. Dort, im Förderverein, haben sich vor gut 60 Jahren diejenigen versammelt, die überhaupt als erste wollten, dass es ein Gymnasium Ottobrunn gibt. Dort, im Förderverein, finden sich auch heute die Kräfte, die beharrlich wollen, dass die Schule an ihrem Ort gut dasteht. Die Schule zu fördern, durch viele kleinere und größere Maßnahmen dazu beizutragen, dass das Lernen und das Miteinander besser werden, das ist eine gemeinnützige und edle Haltung. Es ist schön, dass viele Menschen als Mitglieder im Förderverein sich mit dem Gymnasium Ottobrunn identifizieren. Sie richten diesen gemeinnützigen Blick über das eigene Kind, die eigene Schulzeit, die eigene Unterrichtstätigkeit hinaus. Es ist auch schön, dass Firmen vor Ort sich für die Schule vor Ort stark machen. Und ein ganz besonderer Dank gebührt denen, die über die Jahre mit Sachverstand, mit nicht geringem zeitlichem Engagement und auch mit starken Ideen den Verein geführt haben und heute führen.
Vieles, was der Förderverein in den letzten Jahren finanziell unterstützt hat, sind wiederkehrende Klassiker wie die Lebkuchenherzen zum Schulstart der Fünftklässler, die Fahrt zur Augsburger Synagoge oder zum Römerschiff bei Regensburg, Veranstaltungen wie MyScience oder Model of United Nations. Manche Themen und Anliegen haben sich auch über die Zeit verändert. Gerade in Zeiten knapper Kassen, wie wir sie jetzt zuletzt erleben mussten, wo die öffentliche Hand alle Ausgaben auf den Prüfstand stellt, verdankt das Gymnasium Ottobrunn dem Förderverein inzwischen auch „Basics“ wie die Finanzierung von Wörterbüchern und Atlanten.
Als Schulleiterin bin ich sehr dankbar, dass der Förderverein seit nunmehr 60 Jahren dem Gymnasium Ottobrunn Unterstützung und Rückhalt gibt, Spielräume eröffnet, Identifikation und Spirit aufbaut. Die Schule baut auch für die Zukunft auf den Förderverein als starken Helfer. Danke für den positiven Unterschied!
Dr. Beate Promberger
Schulleiterin
Grußwort des Ersten Bürgermeisters Florian Schardt
Die Gemeinde Ottobrunn feierte im letzten Jahr gerade mal ihren 70. Geburtstag. Der Siedlungsraum des heutigen Ottobrunns wird im kommenden Jahr 125 Jahre alt. Wer als aktiver und umtriebiger Verein auf eine 60-jährige Geschichte zurückblicken darf, gehört in Ottobrunn gewissermaßen zum Inventar der Gemeinde. Und das insbesondere vor dem Hintergrund, dass der Verein eng verwoben ist mit einer echten Ottobrunner Institution: Unserem Gymnasium.
Die Geschichte des Fördervereins ist eine beeindruckende Erfolgsstory – wenn auch mit Wellen und Wendungen. In gewisser Hinsicht lassen sich Parallelen zur Geschichte der Gemeinde ausmachen, wobei der Förderverein der Gemeinde immer wieder auch voraus war: So spricht die hoch-informative Festschrift von der Blütezeit Anfang der 70er Jahre. In dieser Zeit setzte auch die Blütezeit der Gemeinde Ottobrunn ein. Viele ihrer heutigen Errungenschaften wurden in dieser Zeit geboren, wenn auch erst später fertiggestellt: 1976, also vor 50 Jahren das Schwimmbad Ottobrunn, zwei Jahre später das Eisstadion, 1986 schließlich das Wolf-Ferrari-Haus. 40 Jahre Wolf-Ferrari-Haus, 50 Jahre Schwimmbad, 60 Jahre Förderverein Gymnasium Ottobrunn.
Das ist kein Zufall, setzte doch in den 60er Jahren, ausgehend von der Ansiedlung von MBB (bzw. ihrer Vorläufer) und auch IABG ein beispielloses Wirtschafts- und Bevölkerungswachstum ein. Der Druck zum Bau eines dritten Gymnasiums für den Landkreis München war eine logische Folge dieser Entwicklung. Trotzdem fiel er nicht vom Himmel. Es brauchte engagierte Eltern, die die Sache in die Hand nahmen, Gespräche über Gespräche mit der Politik führten und sogar ein Grundstück an Land zogen. Dass ein Jahr nach der Gründung des „Fördervereins Höhere Schule Landkreis München-Süd-Ost“ bereits 124 Mitglieder aktiv waren, zeigt die gewaltige Kraft und das Momentum des neu gegründeten Vereins zur damaligen Zeit. Ich kann nicht sicher sagen, ob es die erste war… Man übertreibt aber sicher nicht mit der Feststellung, dass der Förderverein die bis heute erfolgreichste Elterninitiative Ottobrunns ist.
Die Festschrift zeigt die Geschichte des Vereins sehr anschaulich. Zwei Entwicklungen oder vielmehr Fähigkeiten will ich besonders herausstellen, weil sie für die heutige Zeit bedeutsam sind: Erstens hat sich der Verein als ausgesprochen wandlungs- und anpassungsfähig erwiesen. Er war immer auf der Höhe der Zeit, hat die Entwicklung des Gymnasiums als innovativer Partner tatkräftig begleitet – in zum Teil schwierigen Zeiten. Diese Anpassungsfähigkeit ist beeindruckend und kann ein Beispiel sein für eine Entwicklung, vor der unsere Gemeinde in den kommenden Jahren steht. Zweitens strahlt der Förderverein gerade in Krisenzeiten Aufbruch, Optimismus und Ambition aus:
- Die Gründung eines Alumni-Programms, um auf andere Art und Weise – zeitgemäß und innovativ – an die Mitgliederzahlen der 70er Jahre anknüpfen zu können.
- Wachsende jährliche Ausschüttungen über die Jahre hinweg auf zuletzt beeindruckende 50.000 Euro.
- Und vielleicht am allerwichtigsten, die Überschriften über die beiden Kapitel der jüngeren Vergangenheit: Neustart, Pandemie und Aufschwung (2019–2025) sowie „Das Jubiläumsjahr 2026 – zurück zur Blüte von 1972“.
Die Gemeinde Ottobrunn steht vor gewaltigen Herausforderungen. Ihre wirtschaftliche Blüte und die entsprechenden Einnahmen sind längst vorbei. Ihre Errungenschaften sind in die Jahre gekommen und müssen in den kommenden Jahren aufwendig saniert und erneuert werden. Die Zutaten, die es dafür braucht, hat der Förderverein in seinen 60 Jahren vorgelebt: Bürgerschaftliches Engagement, Innovationskraft, Anpassungsfähigkeit, Mut und vor allem einen unerschütterlichen Willen. Und wenn er mit seinem Motto „Neustart, Aufschwung und zurück zur Blüte von 1972“ der Entwicklung der Gemeinde wieder ein paar Jahre voraus sein wird, darf uns das allen mehr als recht sein.
Im Namen der Gemeinde Ottobrunn gratuliere ich zu dieser beispiellosen Erfolgsgeschichte und danke von Herzen für Ihre großartige, ehrenamtliche Arbeit. Für Ihre ambitionierten Ziele wünsche ich allen nur denkbaren Erfolg.
Florian Schardt
1. Bürgermeister Ottobrunn
Grußwort des Schülersprechers des ersten Abiturjahrgangs Martin Hohenester
Der besondere Jahrgang ’78 – Wir waren die ersten!
1978 haben 92 Kollegiat:innen ihr Abitur abgelegt und erfolgreich bestanden. Dies war der erste Jahrgang am Ottobrunner Gymnasium überhaupt und auch der erste im damals seit dem Schuljahr 1976/1977 frisch eingeführten System. Lehrer wie Schüler standen vor komplett neuen Vorgehensweisen, durften sich mit einigen erheblichen Kinderkrankheiten herumschlagen, machten aber das Beste daraus. Für die damaligen Schüler:innen eine hoch spannende Zeit, inhaltlich wie organisatorisch – ich war einer der 92!
Man hat mich gebeten, über diese Zeit ein paar Zeilen zu verfassen. Ehrlich gesagt, es fällt sehr schwer, denn die Erinnerung nach fast 50 Jahren ist schon recht verblasst.
Im Endeffekt haben wir uns alle damals durchgewurstelt, die vorgegebenen Richtlinien wurden dabei von beiden Seiten bestmöglich ausgenutzt. Ein Beleg dafür waren Leistungskurs-Kombinationen, die ein Jahr später schon nicht mehr angewandt werden konnten. Einiges wurde also gemeinsam bewerkstelligt, viele Recherchen wie Abwicklungen liefen jedoch im Hintergrund und drangen gar nicht bis zu uns durch.
Für die Lehrerschaft kam damals noch ein Aspekt hinzu, der vielleicht nicht so ganz eingeplant war: Die bestehende GO-Familie sah sich „plötzlich“ etlichen Neuen gegenüber, die aus anderen Münchner Gymnasien dazukamen und somit zusätzlichen Schwung in die familiäre Gemeinschaft brachten – auch dadurch bedingt, dass sie in der Regel einfach älter waren und z. B. der Führerschein schlagartig ein Thema war.
Insgesamt ergab sich aber eine intensive Zusammenarbeit mit dem logischerweise erklärten Ziel, das Abitur wie auch immer zu schaffen. Das hat ja auch geklappt, die Feierlichkeiten danach waren legendär. Allerdings nicht als Klasse, sondern eher in kleineren Gruppen. Der bekannte Verbund „Klasse“ existierte nicht mehr, sondern nur Leistungs- oder Grundkurse. Daher konnte es schon sein, dass man zwei Jahre in der Kollegstufe war, aber dennoch mit dem einen oder der anderen nicht in direkten Kontakt kam. Einmal jedoch bestimmt – bei der Übergabe der Abi-Zeugnisse. Danach löste sich der Haufen jedoch blitzartig auf: Ein Großteil der Jungen trat den Wehrdienst an, die übrigen begannen ihr Studium, die wenigsten eine Lehre.
Was allerdings nicht zu erwarten war, war der Zusammenhalt bzw. das Interesse am Leben der anderen danach. Ich konnte mir kurz nach dem Abschluss eine Adressliste erarbeiten, habe 1983 das erste Treffen organisiert und pflege das seitdem im 5-Jahres-Rhythmus. Wenn ich „rufe“, melden sich in der Regel rund 75%, im Schnitt kommen dann rund 60% zu den Treffen, aber auch nicht immer die gleichen. Und noch 2023 durften wir ehemalige Lehrkräfte live bei uns begrüßen.
Im Vorfeld jedes Treffens bin ich oft als Detektiv unterwegs, um auch wirklich alle zu erreichen, zumindest zu informieren. Im Laufe der Jahre habe ich dabei immer wieder „Verschollene“ entdeckt, z. T. außerhalb Deutschlands. Im Zuge dieser Recherchen ergeben sich dann oft hochinteressante Gespräche, allerdings meist über das Hier und Jetzt, weniger über die vergangenen 70er-Jahre.
Schön ist es, wenn es wieder Treffen mit mindestens 50 Personen gibt, wir das obligatorische Gruppenfoto machen und ich sehe, wie viel Spaß diese gemeinsamen Stunden bereiten. Ich würde mich freuen, wenn das bei den anderen früheren wie künftigen Jahrgängen ähnlich läuft. Allerdings – es braucht halt mindestens einen, der sich darum kümmert.
Martin Hohenester
Abiturient im Jahrgang 1978, Abitur-Ansprache 1978, Organisator der Jahrgangstreffen seit 1983