Förderverein

Sechs Jahrzehnte Vereinsgeschichte in sieben Kapiteln – wählen Sie einen Zeitabschnitt:

I. Die Gründung – Elternwille als Antriebskraft (1966–1971)

Am 4. Juli 1966 fanden sich einige engagierte Eltern zusammen, die es ihren Kindern nicht länger zumuten wollten, den durch äußerst ungünstige Verkehrsverhältnisse mühsamen und zeitraubenden Weg zum Schulbesuch in der Stadt auf sich zu nehmen. Aus diesem einfachen, aber kraftvollen Wunsch – „Wir wollen ein Gymnasium am oder in der Nähe des Wohnortes unserer Familien“ – entstand der „Förderverein Höhere Schule Landkreis München-Süd-Ost“, der am 19. Juli 1966 ins Vereinsregister des Amtsgerichts München eingetragen wurde. Zu den Gründungsvorständen zählten Dr. Richard Eppler aus Ottobrunn sowie Lothar Schmalfuß und Dr. Rudolf Fritsch aus Neubiberg.

Bereits 1967 zählte der junge Verein 124 Mitglieder, die – so die Vereinschronik – „an der Errichtung eines Gymnasiums interessiert“ waren und die Interessen von fast 300 Kindern vertraten. Der Verein erreichte, dass an der Ottostraße ein Grundstück für die neue Schule bereitgestellt wurde. Mit der Gründung des Zweckverbands „Staatliches Gymnasium Ottobrunn“ am 28. September 1968 wurde der Grundstein für die Zukunft gelegt. Zunächst musste sich die Schulfamilie mit einer Übergangslösung begnügen: Ab dem Schuljahr 1969/70 fand der Unterricht der ersten Jahrgänge als „Untermieter“ in der Volksschule an der Lenbachallee statt – begleitet von zahlreichen Gesprächen zwischen Elternbeirat, Zweckverband und Förderverein, die gemeinsam die Modellvorstellungen für das künftige Gymnasium schärften. 1970 konnte Richtfest gefeiert werden, und im September 1971 nahm das Gymnasium Ottobrunn schließlich den Unterricht im eigenen, neu errichteten Schulgebäude auf.

Dieser historische Moment war zugleich die Geburtsstunde des heutigen Vereinsnamens: Die Mitgliederversammlung beschloss 1971, sich in „Förderverein Gymnasium Ottobrunn“ umzubenennen. Der frisch getaufte Verein blieb dabei nicht untätig, sondern half tatkräftig bei der Gründung des „Förderverein Realschule Neubiberg“ mit und setzte sich zugleich für die Errichtung einer Realschule sowie eines zweiten Gymnasiums in Neubiberg ein – Institutionen, die 1973 beziehungsweise 1976 ihren eigenen Schulbetrieb aufnahmen und damit das bereits überlastete Gymnasium Ottobrunn spürbar entlasteten.

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II. Blütezeit und erste Bewährungsproben (1972–1989)

Die frühen 1970er Jahre markieren bis heute den historischen Höhepunkt der Mitgliederentwicklung: 1972/73 zählte der Förderverein 500 Mitglieder. In der Satzung wurde in dieser Zeit die „materielle Förderung des Gymnasiums“ als zusätzliche Vereinsaufgabe festgeschrieben. Doch der Weg war nicht frei von Rückschlägen: Im Dezember 1974 wurde das Gymnasium Opfer einer Brandstiftung, ein Schock für die gesamte Schulfamilie. Zum 10-jährigen Bestehen 1976/77 musste der Förderverein zudem einen ersten Mitgliederrückgang verzeichnen, da mit der Eröffnung des Gymnasiums Neubiberg zahlreiche Schüler – und damit auch Elternmitglieder – abwanderten. Weihnachten 1976 legte derselbe Täter erneut Feuer in der Schule.

Der Verein ließ sich davon nicht entmutigen und baute in den folgenden Jahren systematisch die materielle Ausstattung der Schule aus: audiovisuelle Geräte und Physikgeräte (1977/78), audiovisuelle Geräte speziell für den Musikunterricht (1978/79), die Einführung neuer Technologien im Unterricht sowie Unterstützung für Chemie-Facharbeiten (1979/80). In den frühen 1980er Jahren kämpfte der Verein gegen die drückende Schulraumnot, übernahm Anschaffungen für die Theatergruppe und baute ein Informatik-Zentrum auf (1982–1984) – ein für die damalige Zeit visionäres Projekt. 1984/85 folgte ein erheblicher Zuschuss für ein Cembalo, 1985/86 die Inangriffnahme der Überdachung des Theaterspielraums, mit der zugleich die Pausenhalle erweitert wurde. Diese Baumaßnahme wurde 1987/88 fertiggestellt. 1986/87 feierte der Förderverein sein 20-jähriges Bestehen.

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III. Neue Vereinsziele und die Ära der Digitalisierung (1989–1996)

Ein Wendepunkt in der Vereinsgeschichte war das Jahr 1989/90, als der Gesamtvorstand neu gewählt wurde und der Verein die noch fehlenden Mittel für das Pilotprojekt „Kunst & Computer“ übernahm, nachdem ein Förderantrag beim Bund abgelehnt worden war. Ohne diese beherzte „Anschubfinanzierung“ unter der Leitung der damaligen Vorsitzenden Barbara Klingan, so schrieb später der beteiligte Lehrer Ernst Wagner, hätte das Projekt in dieser Form nie starten können. Das Kultusministerium honorierte die Ottobrunner Initiative in der Folge mit eigenen Fördermitteln, und aus dem kleinen Anfang entwickelte sich ein regelrechtes „Medienlabor“, das Grundlage für zwei Schulversuche wurde: Das Gymnasium Ottobrunn wurde offizielle „CI-Versuchsschule“ (Corporate Identity) und nahm zudem am Schulversuch „Schule gestalten“ teil, den Gisela Ewringmann und Helmut Kirmaier koordinierten.

Auch die musische Bildung profitierte in dieser Phase enorm: 1990, als Musiklehrer Michael Detig ans Gymnasium kam und eine Gruppe hochmotivierter Schüler vorfand, finanzierte der Förderverein binnen kürzester Zeit die komplette Grundausstattung für eine neu gegründete Bigband – rund 6.000 DM, eine für damalige Verhältnisse beachtliche Summe. Die „Bigs in Space“, wie sich die Band später nannte, spielten bereits im November 1990 bei einer Sportlerehrung erstmals schulintern, gaben im Mai 1991 beim „Kulturschock“ ihr öffentliches Debüt und avancierten in den folgenden Jahren zu einem wahren Aushängeschild der Schule, mit Auftritten bei Empfängen des bayerischen Kultusministers und Ministerpräsidenten im Kaisersaal und im Antiquarium der Residenz, bei den Banzer Kulturtagen und selbst beim „Dies academicus“ der TU München.

1991/92 begrüßte der Verein den neuen Schulleiter Herrn Jerke und unterstützte fortan auch die neu eingeführten Schulsanitäter. Ein Meilenstein der Vereinsgeschichte war die Satzungsänderung, die 1991 inhaltlich vorbereitet, am 14. Oktober 1992 von der Mitgliederversammlung beschlossen und am 9. Februar 1993 ins Registergericht eingetragen wurde: Der Vereinszweck wurde ausdrücklich um die „Förderung der Bildung, Erziehung und Persönlichkeitsentfaltung der Schüler“ sowie die „Förderung von kulturellen, musischen und sportlichen Aktivitäten – innerhalb und außerhalb des Pflichtunterrichts“ erweitert. Damit wandelte sich der Förderverein von einem reinen Sachmittelbeschaffer zu einem Partner der pädagogischen Schulentwicklung – ein Rollenverständnis, das bis heute Bestand hat.

In den Jahren bis zum 30-jährigen Jubiläum 1996 zeigte sich diese neue Ausrichtung in einer beeindruckenden Vielfalt an Aktivitäten: Vorträge namhafter Referenten wie Dr. Walter Kroy (DASA) zum Thema Zukunftstechnologien, des damaligen SZ-Chefredakteurs Dieter Schröder zur Medienkritik, des TU-München-Präsidenten Prof. Dr. Wolfgang A. Herrmann zur Chemieforschung und des Genetikers Prof. Dr. Jan Murken zu Chancen und Risiken der Gentechnologie bereicherten das geistige Leben der Schule. Kulturelle Höhepunkte setzten Lesungen und Auftritte von Gerhard Polt, Christof Stolle, Herbert Rosendorfer und Rainer Basedow. Zugleich unterstützte der Verein – ganz wesentlich durch den persönlichen Einsatz von Barbara Klingan – den internationalen Schüleraustausch mit der russischen Partnerschule in Tschernogolowka und den Aufbau eines neuen Austauschs mit Bloomington, USA.

Die Vorstandsarbeit lag in diesen Jahren in den Händen wechselnder, aber durchweg engagierter Persönlichkeiten: Von 1990 bis 1994 amtierten Barbara Klingan, Frank Genetzke und Sieglinde Büttner; ab Herbst 1994 übernahmen Dr. Werner Wolf, Annemarie Schemmel und Norbert Kempfle die Vereinsführung. In der Festschrift zum 30-jährigen Jubiläum stellte der damalige Vorsitzende Werner Wolf selbstkritisch fest, die Neuausrichtung des Vereins habe, gemessen an der Mitgliederzahl, „erst schwache Resonanzen“ gezeigt. Der frühere Schulleiter Hubert Strelocke beklagte die „viel zu geringe Mitgliederzahl“ und mahnte, dass mit dem Abitur viel zu häufig auch die Mitgliedschaft ende – eine Debatte, die den Verein noch Jahrzehnte begleiten sollte und die erst 2023, mit der Einführung eines eigenen Alumni-Programms, eine überzeugende Antwort fand.

Über ihre offizielle Amtszeit als Vorsitzende hinaus blieb Barbara Klingan noch viele Jahre lang die zentrale Verkörperung der Vereinsgeschichte und das wichtigste lebende Bindeglied zur Entstehungszeit des Fördervereins. Sie engagierte sich weit über ihr Amt hinaus ehrenamtlich an der Schule, hielt in zahlreichen Gesprächen und Beiträgen die Erinnerung an die Pioniertaten der Gründungsjahre wach und erinnerte Vorstand wie Mitgliedschaft immer wieder an die ursprüngliche Rolle des Fördervereins. Über lange Jahre betreute und redigierte sie zudem maßgeblich den Jahresbericht des Vereins und leitete persönlich den Schüleraustausch mit der russischen Partnerschule in Tschernogolowka, bis dieser schließlich eingestellt werden musste.

Auch der damalige Schulleiter Wolfram Jerke und die Erste Bürgermeisterin Prof. Dr. Sabine Kudera würdigten in eigenen Beiträgen zur Jubiläumsschrift die Bedeutung des Vereins: Jerke betonte, dass der Förderverein „nahezu alle Wünsche für eine effiziente Unterrichtsgestaltung“ habe erfüllen können, wo staatliche Mittel nicht ausreichten. Kudera wiederum erinnerte daran, dass der Förderverein „Zeit seines Bestehens ein leuchtendes Beispiel dafür abgegeben“ habe, „dass Bürgerinnen und Bürger bereit sind, sich zu engagieren“ und „nicht alles ausschließlich vom Staat zu fordern“ – Worte, die auch 2026 nichts von ihrer Gültigkeit verloren haben.

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IV. Konsolidierung, Wachstum und neue Führungsgenerationen (1996–2019)

Nach dem 30-jährigen Jubiläum wuchs der Verein in den folgenden Jahren wieder deutlich: von 183 Mitgliedern (1996) auf 267 (1998/99) und schließlich 293 im Jahr 2007 (vgl. Anhang II). Zu Beginn der 2000er Jahre führte Reinhard Lemme als Vorsitzender den Verein durch eine Phase kontinuierlicher Förderarbeit – geprägt von Traditionen wie dem jährlichen OTTO-Wettbewerb sowie dem ersten Schultag für die neuen Fünftklässler und der Berufsberatung, die bis heute feste Bestandteile des Vereinslebens sind.

Anfang 2005 übernahm Dr. Maximilian Fleischer den Vorsitz, nur wenige Tage nach dem Wechsel der Schulleitung von Wolfram Jerke zu Achim Lebert. In seine Amtszeit fiel 2005 eine der größten Einzelinvestitionen der Vereinsgeschichte: der Bau einer ersten Kletterwand für 12.113,65 Euro. Insgesamt gab der Verein 2005 die Rekordsumme von 28.579,58 Euro an die Schule weiter, was die Rücklagen weitgehend aufbrauchte – ein Kraftakt, der zugleich zeigte, wozu die Solidarität der Mitgliedschaft fähig war. 2006/07 feierte der Förderverein zudem sein 40-jähriges Bestehen.

Ab 2011 übernahm Prof. Dr. Michael Popp den Vorsitz und lenkte den Verein durch eine der turbulentesten Phasen der Schulgeschichte: den kompletten Neubau des Schulgebäudes. Von 2013 bis zum Frühjahr 2016 musste die gesamte Schulfamilie in einer Containerschule in Höhenkirchen-Siegertsbrunn ausharren, bevor der lang ersehnte Einzug in das neue Schulhaus in Ottobrunn in den Osterferien 2016 endlich gelang. Diese Umbruchphase ging – wie schon nach der Neubiberger Gymnasiumsgründung vier Jahrzehnte zuvor – mit einem deutlichen Mitgliederrückgang einher: von 224 (2011) auf 163 Mitglieder (2016/17), den niedrigsten Stand seit Mitte der 1990er Jahre. Dennoch gelang es dem Verein, zentrale Projekte weiterzuführen: 2015 holte die Robotikgruppe des Gymnasiums einen sensationellen dritten Platz beim Weltfinale in Johannesburg – ein Erfolg, der maßgeblich durch ein Netzwerk großer Sponsoren ermöglicht wurde, das die AG-Leiterin Frau Eggers über Jahre aufgebaut hatte. Die Finanzierung dieser kostspieligen Wettkampfreisen lag damit nicht bei den Mitgliedsbeiträgen des Fördervereins selbst; der Verein übernahm jedoch eine wichtige Funktion als finanzielle Abwicklungsstelle, über deren Konten die Sponsorengelder verbucht werden konnten – ein Modell, das später, ab 2024, erneut als Vorbild für die Finanzierung der Robotik-Aktivitäten diente. 2016 wurde der Förderverein 50 Jahre alt. 2017 wurde in der neuen Turnhalle eine Kletterwand als Ersatz für die bereits zuvor vorhandene Anlage in Betrieb genommen; diese wurde, da es sich um eine Bestandsersatz-Investition handelte, vollständig vom Schulzweckverband finanziert. Der Förderverein beteiligte sich stattdessen gezielt an den Zusatzkosten für den neu hinzukommenden Boulderbereich, der über den vom Zweckverband getragenen Standard hinausging, mit einem Förderbetrag von über 13.200 Euro – seither ist das Gymnasium Ottobrunn Stützpunktschule für das Klettern in Kooperation mit dem Deutschen Alpenverein. 2019 feierte die Robotik-AG mit Teilnahmen an den Weltfinals in Detroit und Montevideo das zehnjährige Bestehen des Wahlfachs Robotik.

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V. Neustart, Pandemie und Aufschwung (2019–2025)

2019, im Jahr des 50-jährigen Schuljubiläums, vollzog der Förderverein einen Generationswechsel: Alexandra Herfurtner übernahm als neue 1. Vorsitzende von Prof. Michael Popp, unterstützt von Prof. Dr. Marc Frey als Stellvertreter und Markus Jaster als neuem Kassenwart. Johanna Quack übernahm die Schriftführung. Heide und Dr. Udo Tremel blieben dem Vorstand als erfahrene Mitglieder erhalten. Der Verein nutzte den „Neustart“ auch, um die Satzung – zuletzt 1992 grundlegend geändert – an die Vorgaben der DSGVO anzupassen; über die Neufassung stimmten die Mitglieder 2021 erstmals online ab.

Die COVID-19-Pandemie prägte diese Jahre naturgemäß stark: 2020 und 2021 mussten viele Aktivitäten eingeschränkt werden. Dennoch gelang es, mit kreativen neuen Formaten Präsenz zu zeigen: Das Projekt „Futurethinking“ etwa organisierte 2020/21 die Fertigung von Gesichtsmasken aus dem hauseigenen 3D-Drucker – ein Sinnbild dafür, wie die Schulfamilie auch unter widrigsten Umständen zusammenhielt. Die Mitgliederzahlen sanken in dieser Zeit nur leicht.

Ab 2021/22 normalisierte sich die Vereinsarbeit spürbar, und mit ihr kehrte auch die sprichwörtliche Vielfalt der Förderprojekte zurück. Im Vorstand vollzog sich zugleich ein reibungsloser Wechsel im Schatzmeister-Amt: Markus Jaster gab 2021/22 aus beruflichen Gründen das Amt des Schatzmeisters ab, blieb dem Verein aber als 2. stellvertretender Vorsitzender treu. Dr. Frerk Fitzek übernahm die Kassenführung. Dr. Bettina Lorenz-Depiereux und Christoph Reuther legten ihre Beisitzer-Ämter nieder, wofür mit Marcel Hametner und Inka Schley – letztere zugleich als Vertreterin des Elternbeirats – zwei neue Gesichter in den Vorstand einzogen. In den folgenden Jahren erweiterte sich das Team weiter um Jens Rutenkröger, Valeska Hilse und Susanne Mutzke-Schnorr.

Inhaltlich zeigte sich in dieser Phase eine bemerkenswerte thematische Verschiebung: Neben altbekannten „Klassikern“ wie der Robotikgruppe (mit Wettbewerben der FIRST LEGO League in Paderborn und Siegen, den D-A-CH-Finals in Dresden 2023, Davos 2024 und Siegen 2025, dem Weltfinale in Sydney 2025 sowie – ab 2025 – der World Robot Olympiad (WRO) mit eigenem Regionalwettbewerb am GO und dem Deutschlandfinale in Dortmund) rückten zunehmend Nachhaltigkeit und historisch-politische Bildung in den Förderfokus. So unterstützte der Verein 2021/22 das Nähmaschinen-Projekt „Aus alt mach neu“, 2023 Nachhaltigkeitsvorträge der Firma Perupuro sowie eine umfassende „Woche der Gesundheit und Nachhaltigkeit“. Zugleich förderte er DDR-Zeitzeugengespräche für die 10. Klassen (2023), einen Synagogenbesuch der gesamten 9. Jahrgangsstufe in Augsburg (2024 und erneut 2025) sowie das P-Seminar „KZ Außenlager Ottobrunn“ (2024) und die Ausstellung „Frauen im Widerstand gegen den Nationalsozialismus“ (2025). Auch Klassiker wie die Lateinexkursion mit dem nachgebauten Römerschiff Navis Lusoria nach Regensburg, der Steinsee-Triathlon und das traditionsreiche P-Seminar „Bierbrauen“, dessen Ergebnis alljährlich auf dem Sommerfest verkostet wird, blieben feste Bestandteile des Förderprogramms.

Mit dem Wechsel im Schatzmeisteramt 2021 startete auch der Aufbau und die Professionalisierung der Partnerbeziehungen des Fördervereins. Wo frühere Sponsorenkontakte – etwa die Raiffeisenbank Höhenkirchen oder gelegentliche Firmenspenden – meist punktuell und anlassbezogen blieben, hat der Verein in den vergangenen Jahren ein strukturiertes Partnernetzwerk aufgebaut, das auf der Vereinswebsite transparent dokumentiert wird und mittlerweile aus zehn Unternehmen und Stiftungen besteht. Den Auftakt bildete 2022 die Bäckerei Fiegert, die seither Backprodukte für Vereinsveranstaltungen beisteuert, gefolgt 2023 von der Partnerschaft mit Buch Kempter, die seitdem die alljährliche Anschaffung von Schulatlanten für die Lernlandschaften mitträgt. Besonders ausgebaut wurde das Netzwerk im Jubiläumsjahr 2026: Mit der WK Assekuranz-Service AG trat ein neuer Partner dem Förderverein als Mitglied bei, mit Kleiber Porzellan kam ein Sponsor für die Jahrgangstassen zur Ehrung besonders guter Schülerinnen und Schüler hinzu, und mit BenefizWeinImhoff entstand erstmals eine Kooperation für ein eigenes „FVGO-Weinprojekt“ für Alumni und Mitglieder. Daneben konnte der Verein gleich drei namhafte Stiftungen für die Förderung der Robotik-Weltfinal-Teilnahmen gewinnen: Die Stiftung der Kreissparkasse für den Landkreis München unterstützt seit 2024 regelmäßig die Robotik-Aktivitäten und finanzierte 2025 zusätzlich die Reise zum Weltfinale nach Sydney; die TÜV SÜD Stiftung sprang 2025 ebenfalls mit einer großzügigen Spende für das Sydney-Finale ein; und die Wilhelm Stemmer Stiftung förderte sowohl das Weltfinale 2025 in Sydney als auch die Teilnahme am Weltfinale 2026 in Seoul. Abgerundet wird das Partnerportfolio durch Optiker Reiniger, der seit 2024 jährlich die Attraktionen des GO-Sommerfestes mitfinanziert, sowie die Fesey Schokoladenmanufaktur, die seit mehreren Jahren die Lebkuchenherzen für die neuen Fünftklässler liefert. Dieses mittlerweile breit gefächerte Netzwerk aus lokalen Handwerksbetrieben, Finanzdienstleistern und überregionalen Stiftungen zeigt, wie sich der Förderverein von einem rein beitragsfinanzierten Verein zu einer Organisation mit diversifizierter Einnahmenbasis entwickelt hat.

Eine besondere, kaum beachtete Rolle übernahm der Förderverein ab 2023 bei der finanziellen Abwicklung des GO-Sommerfests. Hintergrund war eine steuerliche Besonderheit: Bereits deutlich vor der für alle anderen bayerischen Schulen vorgesehenen Frist im Jahr 2027 wurde der Schulzweckverband umsatzsteuerpflichtig. Hätten die Gewinne des Sommerfests weiterhin über ein Konto des Zweckverbands abgewickelt werden müssen, wären sie der Umsatzsteuer unterworfen gewesen. Seit 2023 übernimmt der Förderverein daher die finanzielle Abwicklung des Festes, während die organisatorische Ausrichtung weiterhin bei der Schule liegt.

Parallel zur inhaltlichen Weiterentwicklung des Fördervereins entstand in den vergangenen Jahren auch ein zeitgemäßes digitales Zuhause für den Verein: die Website www.fvgo.org. Sie hat sich inzwischen zu einer vollwertigen digitalen Infrastruktur entwickelt, die weit über eine reine Visitenkarte hinausgeht. Besucherinnen und Besucher der Seite finden dort heute eine Fülle an Informationen und praktischen Werkzeugen. Förderprojekte werden dort transparent dargestellt und laufend aktualisiert. Die ausführliche „Chronik des Fördervereins“ erzählt die gesamte Geschichte von der Gründung 1966 bis in die Gegenwart in Tabellenform, Jahr für Jahr, und bildet damit das digitale Gedächtnis des Vereins. Im Servicebereich können Interessierte sich per „Beitrittserklärung“ direkt online als Mitglied anmelden, Lehrkräfte und Projektinitiatoren über den „Digitalen Förderantrag“ unkompliziert Fördermittel beantragen, und ehemalige Schülerinnen und Schüler sich über die „Alumni-Registrierung“ dem wachsenden GO-Alumni-Netzwerk anschließen. Diese konsequente Digitalisierung der Vereinsarbeit – vom Papierformular der 1990er Jahre bis zu digitalem Förderantrag und Online-Beitritt von heute – spiegelt im Kleinen genau jene Wandlungsfähigkeit, die den Förderverein durch alle sechzig Jahre seiner Geschichte begleitet hat.

Ein besonderer Meilenstein war 2023 das erste GO-Alumnitreffen, das der Förderverein gemeinsam mit der Schulleitung organisierte – eine bewusste Rückbesinnung auf jene Herausforderung, die schon Hubert Strelocke 1996 beschrieben hatte: die geringe Bindung ehemaliger Schüler an ihre Schule. Seither führt der Förderverein eine eigene Alumni-Datenbank, die von rund 462 Personen (2023) auf 545 (2025) anwuchs. Die aktiven Mitgliederzahlen erholten sich parallel ebenfalls deutlich: von 165 (2019) auf 253 (2025; jeweils zum Jahresende). Die Mitgliederbasis besteht inzwischen aus Eltern, Lehrkräften, Alumni und lokalen Unternehmen aus Ottobrunn und hat „nachhaltige und digitale Projekte“ ausdrücklich als strategischen Förderschwerpunkt, um die Schule zukunftsfähig mitzugestalten.

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VI. Das Jubiläumsjahr 2026 – Zurück zur Blüte von 1972

Im Jahr 2026 feiert der Förderverein Gymnasium Ottobrunn sein 60-jähriges Bestehen – sechs Dekaden, in denen sich der Verein von einer Elterninitiative für ein lokales Schulgebäude zu einem festen, unverzichtbaren Bestandteil der Schulfamilie entwickelt hat.

Bezeichnend für dieses Jubiläum ist die Zielsetzung, die sich der Verein selbst gesteckt hat: die Rückkehr zu 500 Freunden und Förderern – jene magische Zahl, die der Verein zuletzt auf seinem historischen Höchststand von 1972/73 erreicht hatte. Der Stand zum Jubiläum: 283 aktive Mitglieder und 586 Alumni stehen dem Verein zur Seite – zusammen über 850 Personen, die dem Gymnasium Ottobrunn auf die eine oder andere Weise verbunden sind – ein eindrucksvoller Beleg dafür, wie wirkungsvoll sich das seit 2023 verfolgte Alumni-Programm und die kontinuierliche Mitgliederwerbung der letzten Jahre ausgezahlt haben. Bis Oktober 2026 hat der Verein bereits rund 31.500 Euro an Fördermitteln an die Schule ausgeschüttet – ein Betrag, der sich nahtlos in die lange Reihe der Förderleistungen einreiht, die von Videokameras und Computern der 1990er Jahre über die ersten Beamer und die Kletterwände der 2000er und 2010er Jahre bis zu den Robotik-Weltfinals und den Projekten zur historisch-politischen Bildung der Gegenwart reichen.

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VII. Ausblick – Der Weg bis 2029

Auch nach dem 60-jährigen Jubiläum stehen weitere wichtige Meilensteine an. Für 2027 ist die nächste turnusgemäße Mitgliederversammlung mit Neuwahl des Vorstands vorgesehen – ein wichtiger Termin, der laut Satzung alle zwei Jahre ansteht und den Generationenwechsel im Ehrenamt sichert. 2028 folgt ein besonders bewegendes Datum: das 50-jährige Abitur-Jubiläum des allerersten GO-Abiturjahrgangs von 1978. Schließlich steht 2029 das 60-jährige Jubiläum des Gymnasiums selbst an – drei Jahre nach dem 60. Geburtstag des Fördervereins.

Wer die sechzigjährige Geschichte des Fördervereins Gymnasium Ottobrunn Revue passieren lässt, erkennt ein wiederkehrendes Muster: Immer dann, wenn die Schule vor großen Herausforderungen stand – sei es die Grundausstattung eines neuen Schulgebäudes in den 1970er Jahren, die digitale Aufrüstung in den 1990er Jahren, der komplette Schulneubau in den 2010er Jahren oder die pandemiebedingten Einschränkungen ab 2020 – war der Förderverein zur Stelle, um mit ehrenamtlichem Engagement und den Beiträgen seiner Mitglieder Lücken zu schließen, die der reguläre Schuletat nicht schließen konnte.

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Impressum: Diese Festschrift ist im Rahmen des 60-jährigen Jubiläums des Fördervereins Gymnasium Ottobrunn entstanden und basiert auf allen verfügbaren Quellen und Recherchen des Schatzmeisters Dr. Frerk Fitzek. Ein herzlicher Dank geht an Dr. Beate Promberger, Florian Schardt und Martin Hohenester, die aktiv zu dieser Festschrift beigetragen haben, und an Barbara Klingan, Jochen Arlt und Achim Lebert für die wertvollen Hinweise und Anmerkungen zu einzelnen Aspekten der Historie des Vereins und der Schule. Transparenzhinweis: Dieses Dokument wurde mit Unterstützung von KI erstellt.


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